Lisa Obereder
Die Oberfläche der Zeit
( )
Dann springe ich mitten hinein.
…
innen, dh im moment
im prozess
iiiinnerhalb eines gewissen zeitraums
…
eines rahmens
eines feldes von spannung
erschütterungen
im gewebe spuren …
entsprechend dem interesse
in variierender intensität
flache kerben –
tiefe risse
….
1
((- – material
das holzgerippe mit stoff – und darauf kleber
verzieht sich und spannt
mit irrer kraft
sagt
setz dich doch schlicht darüber hinweg
bewege dich mit und sehe den effekt
die spuren setzend
und linien
folgend
genieße etwas abwesend
das dasein
und warte ab-
im leerlauf poppen bilder auf
einfälle
. .
die kommen und gehen
nimm manche davon auf
und lass sie fallen
auch
gute gedanken sind erlaubt
))-
2
(( – energie und stress
aus dem off der alarm
ein hintergründiges röhren
vorne her ein fieseln , ein helles knipsen schleifen reiben
greinen sirden
es kommt und geht, elektrisierend
ein sachtes twitschen -tchh
es sind wirklich kleine
kommunikative
dots in space
irgendein subj in wechselwirkung mit seiner umgebung und
sich selbst
irgendein subj in wechselwirkung mit seiner umgebung und
sich selbst
im moment
hier und jetzt
energie und stress
von mir für euch
fadesse
on
in alle richtungen und auf alle optionen prüfend
))
))
3
(( – alles /
es erfolgen
weitere durchleuchtungsversuche
nun
solche
mit scheinwerfern
_
deren licht die ebene behutsam betastet – –
beim streifen von unregelmäßigkeiten-
zögernd
dann weiterschwenkend
fast unbeirrt, so scheint es
weiter so:
in spiralen trudelnd
schlieren ziehend
um sich selbst
stetig sich verformend
dabei
allgegenwärtig des raumes bewusst
in sehnsucht, allles zu fühlen
alles zu versammeln
alles zu durchschauen
alles zu verstehen
und dann zu erkennen
es ist überwältigend
))
4
(( unfold
make see
mechanisms of life
at work
unfolding
layering
a secret laid bare
in front of ppl
right there
!
still
don#t expect it to be too obvious
even if
it sits clllose to the surface
its nature well intentioned
simply existing
mostly invisible +
only faintly noticed
yet very present
persistent
pulling you in / questioning you
making you go
uh.
))
5
((- zu bildern und ladungen
querschnitt durch die erinnerung
quer durch einen moment
cross-section of sense
mood
sedimente v gedanken
analog zu allem und dem leben
gefühle haben und bilder denken sind fast gleichwertige
aktivitäten. Aber meistens sind erstere um einiges schneller
da, glaube ich.
Aber weiß ich nicht. Vielleicht beherbergt mein bewusstsein
manchmal bilder, zu denen es lange keine gefühle gibt.
Nur ein neutrales bild, ohne inhaltliche aufladung, ohne
irgendeine bewertung, ohne ein damit verbundenes gefühl.
die energie ist nicht fokussiert
sprenkelt nach hier und dort
fortan verteilt sie sich und freut
ft
rinnt über die ränder, spillt über die maße hinaus
das macht nichts
aus
))
6
(( ein fleck [gesungen, refrain]
Was hast du erwartet
willst du es mir sagen
ich warte nur hier
herum
was hast du erwartet
dass es etwa spaß macht
das ist dein irr
tum
ich bin normalerweise nicht soo
und öffne mich den wenigsten
das weißt du
ich dachte wir verstehen uns gut genug
doch da bist du
eine raue schale
ruppige haut
aus allem metaphern schlagend
ein fleck auf den bauch
))
.
7
-( [geläutert]
manchmal wollte ich einen overload provozieren (miserabel
u. unbegreifbar sein)-heute aber nicht mehr; immer seltener-lange nicht mehr nein
….
ich sehe:
die zeit verfliegt und flirrt
bedenkenlos und frei
in schwaden von kleinen punkten kommt sie zurück, nistet
sich ein
in unebenheiten
im denken
das heißt –
sie bildet unsicherheiten
aus nichts und allem
und sehnsüchte, fragen
dieses brennen und schwelen allein reicht aus
.
.
8
{{- irgendein [beschwörung]
ebene in manifest -ation
unendlich viel masse wird umstrukturiert
verschiebung von materie
zwischen dem erkennen und vermerken
irgendein subj in wechselwirkung mit seiner umgebung und
sich selbst
irgendein subj in wechselwirkung mit seiner umgebung und
sich selbst
stellt sich hin, schreit
lechzend nach inhalt
doch hat es nicht weit
es liegt an der oberfläche der zeit
es liegt an der oberfläche der zeit
es liegt an der oberfläche der zeit
beim streicheln mit den augen
beim streifen
im glauben
an das was sich zeigt
}}-
9
- – — – –
((- – shed
a skin that is painted on
a surface
a teint, a tan
a feeling
layers
a faint idea
an open mind
exp
less
process
mounted surface
might lure in
doesnt go deeper
might just be
an illusion, a trick
a shed skin
remnants
esc input for a bit- –
at the innermost
thin smooth watery bubbling bulges wracked restless nerv
ous
punctured
spacious
generous
momentarily
still
))-
Dokumentation der
künstlerischen Diplomarbeit
gem. § 86 Abs. 1 UG 2002
Studienrichtung Bildende Kunst
Studienzweig Bildende Kunst
Thema der Diplomarbeit:
Die Oberfläche der Zeit
von
Lisa OBEREDER
Fachbereich Kunst und Bild | Figuration
Akademie der bildenden Künste Wien
Wien